PLESK mit anderen Mailserversystemen nutzen

Veröffentlicht am 16. Februar 2010 von Germeshausen.de No Comments

Möchte man einen anderen Mailserver nutzen als qmail oder postfix, so sieht es bei einem Server mit PLESK schlecht aus. Ohne sich das System umständlich zurecht biegen zu müssen, kann man auch einen separaten Server einsetzen und ist dabei spielt das Betriebssystem dann auch keine Rolle mehr. Gründe für den Einsatz eines anderen Mailservers können vielfältig sein. Angefangen damit, dass man das System selber entlasten möchten, den Mailverkehr vom Webserver trennen oder eine gesonderte Mailserverplattform zu nutzen. Wir setzen zum Beispiel SmarterMail 6.6 Enterprise ein, welches als Exchange Ersatz dient und als Push-Server arbeitet.
Um einen externen Server nutzen zu können, sollte man ein paar Punkte berücksichtigen:

  1. Auf dem Webserver muss für die betreffende Domain der Maildienst deaktivert werden, damit dieser die Mails nicht annimmt und durch Bounces zurückweist, weil er kein Postfach dafür hat bzw. durch Webanwendungen generierte Mails  nicht versucht lokal zuzustellen oder zu versenden.
  2. Der lokale Mailserver muss die Information erhalten, wohin die Mails für die betreffende Domain gehen sollen. Das kann man in der Datei /var/qmail/control/smtproutes von qmail. Falls diese noch nicht vorhanden ist, einfach erstellen. Der Inhalt sieht wie folgt aus:
    domain1.tld:10.20.30.40
    domain2.tld:10.20.30.40

    Damit werden Mails für domain1.tld und domain2.tld an den Server mit der IP 10.20.30.40 geleitet. Alle anderen werden wie sonst auch lokal verarbeitet.

    :10.20.30.40

    Mit dem Eintrag werden alle Mails an die IP 10.20.30.40 weitergeleitet. Im Anschluss den Dienst einmal neu starten:

    /etc/init.d/qmail restart
  3. Der externe Mailserver sollte die Mails der betreffenden Domain vom Webserver ohne Authentifizierung annehmen und weiterverarbeiten. Also wird der Webserver auf eine gesonderte Whitelist bzw. Authentification-Bypass-Liste eingetragen. Das ist wichtig, damit Mails, welche zum Beispiel durch Webanwendungen generiert werden, durch den Mailserver versendet werden können, da andernfalls Spamfilter diese Mails als Spam einstufen könnten, da diese von einem anderen Server kommen, als der eigentliche Mailserver.
    Falls die Webanwendung den Versand von Mails via SMTP unterstützt, wäre dies sogar zu bevorzugen.

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