qmail auf Touren bringen

Veröffentlicht am 18. Februar 2010 von Germeshausen.de No Comments

Bei größeren Serversystemen mit hohem Maildurchsatz kann es vorkommen, dass qmail mit den Abarbeiten der Mailqueue nicht mehr hinterherkommt. Grund ist zum einen dass andere Mailserver inzwischen immer häufiger Greylisting einsetzen oder auf eine Methode zurückgreift, welche sich stottern nennt. Bei letzterem wird der Mailempfang durch künstliches stottern einfach ausgebremst. Beide Methoden kommen in der Spamprävention zum Einsatz und bereiten vielen Mailservern jedoch auch Probleme bei der Abarbeitung der Mailqueue. Grund ist, dass die Mailqueue nicht schnell genug abgearbeitet werden kann und somit immer größer wird.
Der Mailserver qmail verarbeitet normalerweise bis zu 20 externe Zustellprozesse parallel. Alles andere hat solange zu warten bis die Mail an der Reihe ist. Mit dem Befehl kann man sehen, wie die Mailqueue ausgelastet ist:

/var/qmail/bin/qmail-qstat
messages in queue: 724
messages in queue but not yet preprocessed: 32

Hier sind derzeit 724 Mails in der Mailqueue und 32 noch nicht vorverarbeitet. Mit dem Befehl

echo "50" > /var/qmail/control/concurrencyremote

weist man qmail an, bis zu 50 Mails parallel extern zu verarbeiten. Die Geschwindigkeit der Abarbeitung der Mailqueue wird damit deutlich schneller. Zuletzt den Dienst einmal neu starten:

/etc/init.d/qmail restart

Diese Option empfiehlt sich jedoch nur auf Systemen, welche generell einen hohen Maildurchsatz haben. Server mit geringem Maildurchsatz sollten ggf. sogar den Wert reduzieren. Denn sollte durch den Server einmal Spam versendet werden, „verstopft“ das System relativ zügig und die Anzahl der versendeten Spammails hält sich so noch im Rahmen und die mögliche Gefahr, wie die Platzierung der Serverip auf einer Blacklist oder gar die Sperrung des Server durch den Provider, kann oftmals vermieden werden.

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